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Deutsches
Requiem: Herausragendes Konzert in St. Agatha
... Wegesin wählte mit seiner Interpretation einen anderen
Weg: das Tröstliche, Hoffnunggebende der ausgewählten
Bibeltexte bestimmt seine Deutung offenbar entscheidend. Obwohl
sehr weich im Ausdruck, was sie auf ihre Art ebenso weit entfernt
von Opas Plüschbrahms wie die klangliche Stahlskelettbauweise
jüngerer Richtung. Gegensätze wurden eher gemildert, mächtige
Steigerungen - wie etwa im zweiten Satz "Denn alles Fleisch,
es ist wie Gras" - vollzogen sich nicht als erschreckender
Ausbruch sondern als gleichmäßig ansteigende Welle, deren
Kraft jedoch nicht weniger überwältigend wirkte.
Leicht zu singen ist das nicht. Je weiter die melodischen Aufschwünge
und Wellenbewegungen ausgedehnt werden, desto schwerer sind sie
zu zirkeln. Mit dem Dorstener Brahms-Chor und dem St. Cornelius-Chor
Dülken hatte Wegesin jedoch sehr gute Stimmen zur Verfügung
und er nutzte ihr Potential. Saubere Einsätze und saubere Intonation
und Linienführung, gerade auch im Stimmengeflecht der Schlussfuge,
lieferten den festen Grund, auf dem dieser weich lasierte Brahms
sein Profil gewinnen konnte.
(Ruhr
Nachrichten vom 17. November 1998)
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