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Giacomo
Puccini - Messa di Gloria
Antonin Dvorak -
Te Deum
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Vitale Lebensbegleitung
"10 Jahre sind noch nicht viel", resümieren die einen,
"aber auch nicht wenig", protestieren die anderen und
legten die Messlatte noch etwas höher.
So oder ähnlich könnte die Einschätzung lauten, mit
der der Brahms-Chor in einem glanzvollen Konzert am Christkönigstag
in der St. Agathakirche sein Jubiläum markierte. Für diese
Sängerinnen und Sänger ist der Gesang eine vitale Lebensbegleitung.
Auf dem Programm standen geistliche Chorwerke - die "Messa
di Gloria" von Giaccomo Puccini und das "Te Deum"
von Antonin Dvorak - die sehr unterschiedlich in ihrer geistlichen
Botschaft, aber doch höchst spannend in ihrer musikalischen
Aussage ein Geburtstagsfest vermittelten, das erinnerungswürdig
bleiben wird.
Alfred Schulze-Aulenkamp scheint seine Interpretationsintensionen
mit dem Brahms-Chor, die er ein wenig abseits von der üblichen
Literatur, in der sängerischen Perfektion und der Übermittlung
vitaler Musikereignisse sieht. Und das ist ihm mit dem Chor, den
Solisten und dem Orchester "Neue Philharmonie Westfalen"
vollauf gelungen...
...Der Brahms-Chor konnte die Homogenität seines Chorklangs,
seine Intonationsperfektion, seine strahlende, füllige Klanglichkeit
voll ausschöpfen. Das tat dem Werk gut auf dem Hintergrund
eines sensibel agierenden Orchesters, in Verbindung mit der stimmlichen
Präsenz von Cho Chang-Who (Tenor) - sehr schön das "et
in carnatus est" und dem klar disponierten Bass Christoph Scheebens.
Neben diesem Jugendwerk nahm das "Te Deum" von Antonin
Dvorak als Alterswerk naturgemäß einen ganz anderen Stellenwert
ein, tiefer gehender, mit größerer Innenspannung in den
akustischen wie geistig musikalischen Dimensionen.
Jedes Detail verdiente eine besondere Würdigung. Die stimmliche
Substanz des Chores verdichtete sich, ihre dynamische Bandbreite
fügte sich sensibel in die Vorgabe der Partitur ein und der
Sprachduktus ließ auch ohne Textheft keine Verständnisschwierigkeiten
aufkommen. Im Dialog dazu erspürte man aus der klug ausbalancierten
Leichtigkeit der Sopranstimme von Johanna Krumin und der sprachlich
wie musikalisch feinsinnig strukturierten Bassstimme von Christoph
Scheeben den emotionalen Schub einer religiösen Hingabe an
das Werk, dem das Orchester seine instrumentale Verdichtung werkgerecht
hinzufügte.
Das alles wäre ohne die sichere Zeichengebung, die vorwärts
drängende Intensivierung des Dirigenten Alfred Schulze-Aulenkamp
nicht denkbar gewesen. Dafür gab es eine begeisterte Zustimmung
- standing ovations- im voll besetzten Kirchenraum.
Volker Wiltberger 23.11.2004 Dorstener Zeitung
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Jugendwerk und vollendete Meisterschaft
Mit der chorsinfonischen Begegnung zweier Meister der vorletzten
Jahrhundertwende feierte der Brahms-Chor seinen zehnten Geburtstag.
Und das hohe Niveau der Darbietung fand in St. Agatha wieder ein
zahlreiches Publikum - wie es dieser Jubilar sicher erwarten kann...
...Der stete dynamische Wandel, der in dichter Folge fast Wort für
Wort des "Gloria" neu akzentuierte, forderte den Chor,
der sich sicher über den Fanfarenglanz der Bläser erhob.
Wahrlich opernhaft auftrumpfen durfte das Orchester unter dem mit
Verve dirigierenden Alfred Schulze-Aulenkamp, als es beim "Gratias"
galt, den ersten Einsatz des Tenors zu begleiten. Die Stimme Cho
Chang-Whos tönte voller Spannkraft durchs hohe Kirchenschiff.
...Zwischen den Einsätzen des vor allem in den Höhen erfreulich
beweglichen Bassisten klang der fein eingestimmte Chor denn doch
zu ätherisch gegenüber einer Orchestrierung von fast körperlicher
Fülle, wie Puccini sie dem "Credo" gegeben hatte.
Christoph Scheeben gestaltete seine Bass-Partie mit tadellosem Maß,
das auf dröhnendes Auftrumpfen verzichten konnte.
Überraschend matt verklang nach rund 40 Minuten das "Agnus
Dei": Puccinis sonst so ausgeprägter Sinn für Fulminanz
fehlte hier gänzlich - und das Publikum brauchte denn auch
einen Moment, bis der Applaus einsetzte.
Wie freudig-lebhaft sollte danach Antonin Dvoraks "Te Deum"
zu Paukenschlägen eröffnen. Das Programmheft des Brahms-Chores
betonte die zeitliche Nähe beider Werke, verwies aber auch
darauf, dass Dvoraks Komposition "ein gereiftes Spätwerk"
sei. Das war unüberhörbar. Außerordentlich frisch
und glanzvoll gestaltete der böhmische Meister in seinen bejubelten
amerikanischen Jahren die Einsätze für Stimmen wie Orchester...
...Nahezu gelassen entfaltete das Werk seine volle Klangpracht,
vereinten sich Chor und Orchester in sinfonischer Dichte zu einem
Zauber von schönster Selbstverständlichkeit. Dieses "Te
Deum" steht Dvoraks noch berühmteren "amerikanischen"
Werken - der Sinfonie, dem Quartett und Cellokonzert - kaum nach.
Und auf das bis zum letzten Paukenwirbel mit Gusto ausgekostete
Finale in dieser Grandiosität hätte der junge Puccini
noch neidisch sein können. Die Zuhörer erhoben sich und
dankten mit stehenden Ovationen für ein eindrucksvolles Konzerterlebnis.
Ralph Wilms 23.11.2004 WAZ |
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Meisterwerk
als Glanzstück
Dorsten - Mit einem interessanten musikalischen Programm beendet
der Brahms-Chor am Sonntag, 21. November, um 18 Uhr die Feierlichkeiten
zum zehnjährigen Bestehen. Das Konzert in der St. Agatha-Kirche
wird in Kooperation mit der Stadt Dorsten veranstaltet.
Auf dem Programm steht mit der "Messa di Gloria" ein frühes
Meisterwerk von Giacomo Puccini (1858 - 1924), der heute im Wesentlichen
als großer Opernkomponist im Bewusstsein ist. Die Messe, die
sowohl von opernhaft zupackender Klanglichkeit als auch geistlich-bescheidener
Zurückhaltung geprägt ist, wurde erst 1952 mit einer Aufführung
in Chicago wieder neu entdeckt und gehört heute zu den beliebtesten
und bekanntesten Schöpfungen der Gattung Messe "con orchestra".
Weiter wird das "Te Deum" von Antonin Dvorak (1841 - 1904)
aufgeführt, das 1892 anlässlich der 400-Jahrfeier der
Entdeckung Amerikas komponiert und im selben Jahr in der Carnegie
Hall in New York der Weltöffentlichkeit präsentiert wurde.
Der Kompositionsauftrag stand dabei im Zusammenhang mit der Einladung,
für zwei Jahre die Leitung des National-Konservatoriums in
New York zu übernehmen. Unter der bewährten musikalischen
Leitung von Alfred Schulze-Aulenkamp wird der Chor von der Neuen
Philharmonie Westfalen und den Solisten Johanna Krumin (Sopran),
Cho Chang-Who (Tenor) und Christoph Scheeben (Bass) begleitet.
Karten zum Preis von 15 Euro (ermäßigt 12 Euro) für
das Mittelschiff und 10 Euro (ermäßigt 7 Euro) für
das Seitenschiff sind erhältlich im Vorverkauf bei den Chormitgliedern,
bei der Stadtinformation im Lippetor, in den Bekleidungshäusern
Mensing in Dorsten und bei Textil Heidermann in Wulfen sowie an
der Abendkasse.
03. November 2004 | Dorstener Zeitung
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