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Unsere Konzerte im Spiegel der Presse |
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Brahms-Chor glänzt in St. Agatha
Die Matthäus-Passion ist vielleicht nicht
Bachs größtes, sicher aber sein umfangreichstes Werk.
Zusammen mit der Johannes-Passion ist sie eines der beiden vollständig
erhaltenen Passionswerke des großen Komponisten.
Am vergangenen Sonntagabend wurde sie vom Dorstener Brahms-Chor unter
der Leitung von Alfred Schulze-Aulenkamp zusammen mit dem Overbacher
Kammerchor unter Martin te Laak, dem Gelsenkirchener Kinderchor,
dem Barockorchester L’Arco aus Hannover sowie den Solisten
Helen van Almsick, Sopran, Marion Thienel, Alt, Markus Francke, Tenor,
sowie Vinzenz Haab und Christoph Scheeben, beide Bass, in der St.
Agatha-Kirche in der Fassung von 1763 aufgeführt.
Es ist dies eine von Bach selbst bearbeitete Fassung für zwei
Chöre, Gesangsstimmen und Instrumenten. Bach selbst hatte die
beiden Chöre räumlich getrennt vorgesehen, in St. Agatha
wurden allerdings die beiden Ensembles nebeneinander als Doppelchor
aufgestellt, was dem Klanggenuss jedoch keinen Abbruch tat.
Wechselspiel der Stimmen
Auch diesmal war der Auftritt des Brahms-Chores ein gewaltiges
musikalisches Erlebnis. Die gesamte oratorische Passion ist ein
Dialog zwischen den Solisten und den beiden Chören, unterstützt
durch das Orchester. Es ist ein Wechsel- und Zusammenspiel der
Solostimmen, der Klangfülle der Chöre und der Instrumentalmusik.
Viele Höhepunkte
Dabei glänzten besonders die Sopransitin Helen van Almsick,
der Tenor Markus Francke und der Bassist Vinzenz Haab. Die Matthäus-Passion
hat viele Höhepunkte, darunter den Choral am Ende des ersten
Teils: „O Mensch, bewein dein Sünde groß… Dass
er für uns geopfert würde, trug unsere Sünden schwere
Bürd wohl an dem Kreuze lange.“ Es gipfelt in dem Choral: „O
Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, o Haupt,
zu Spott gebunden mit einer Dornenkron.“ Es war wie immer
ein Erlebnis, den Brahms-Chor in der St. Agatha Kirche zu hören.
Aus: Dorstener Zeitung, 11.04.2011, Werner Wenig
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Gesungene Kultur Europas
Dorsten. Zum zweiten Mal avancierten die Mitglieder des Brahms-Chores
zu offiziellen Kulturhauptstädtern: Zuerst beim „Day
of Song“ und jetzt im Rahmen der Local-Heroes“-Woche.
Eine Reise in Klangwelten, die ihre Passagiere in der ausverkauften
Klosterkirche von St. Ursula begeisterte.
Allein die Tatsache, dass der Chor sich der Herausforderung stellte
und alle dargebotenen Werke in der jeweiligen Landessprache vortrug,
ist ein Grund, diesem Konzertabend das Prädikat „außergewöhnlich“ zu
verleihen. Gänzlich rund und zum perfekten Klangerlebnis geriet
der Abend durch die feinfühligen, nicht aufdringlichen instrumentalen
Einlagen zweier erstklassiger Saiteninstrument-Musiker. Peter Werner
entführte in die Glut Andalusiens mit der Leidenschaft spanischer
Gitarrenmusik. Die von ihm interpretierte „Spanische Romanze“ oder
die „Caprice Arabe“ belegten diese gefühlte Welt
eines ganz anderen Europas.
Überleitend und einfühlsam ist auch die Wahl der gesungenen
Werke der gestellten Thematik gerecht geworden: Heinrich Schütz,
Henry Purcell und Thomas Tallis mit ihren Werken als Wegbereiter
aus der Dunkelheit des Mittelalters in eine Neuzeit, in der Europa
durch Handel und Wandel begonnen hat zu existieren. „Man
that is born of a Woman“ – die Geburt Jesu Christi
als Botschaft, als Aufbruch in eine neue Zeit. „Chapeau“ für
den Brahms-Chor, der in englischer Sprache brillierte.
Auch der Ausflug in die orientalische Welt, der in die Pracht
des osmanischen Reiches und des laizistischen Staates Atatürks
entführte, war gelungen. Murat Özdemir bewährte
sich als glänzender Botschafter seiner Kultur und sein Spiel
mit den Saiten der Baglama war ein musikalischer Leckerbissen.
Vielleicht eine etwas steile These, aber die Annäherung der
Kulturen kann auch durch Darbietung kultureller Schätze erfolgen
und weit Besseres bewirken als populistische Parolen und Zahlenkolonnen.
Auch die nordischen Länder Europas sind in ihrer Eigenart,
Schwermut und Besonderheit sicher besser zu verstehen, wenn man
den musikalischen Wegen des Brahms-Chores an diesem Abend folgte.
Ein Verdienst der Ägide des Chorleiters Alfred Schulze-Aulenkamp,
der seit 2001 konsequent die Vielfalt des Repertoires um die Werke
zeitgenössischer Komponisten aus Skandinavien und der Länder
des Baltikums erweiterte.
Das Dorstener Publikum hat auf jeden Fall „Local Heroes“ zu
hören bekommen, die diese Bezeichnung verdienen. Man darf
auf die Fortsetzung dieser traumhaft hörenswerten Reise hoffen.
Dorsten, 09.09.2010, Jo Gernoth, WAZ
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Das Ende der Weihnachtszeit
Brahms-Chor brillierte am Sonntag in der St. Ursula-Kirche
Seit 1994 sorgt der Brahms-Chor für herausragende Akzente
im Dorstener Musikleben. So bescherte der Chor den zahlreich in
der
Kirche des Ursulinenklosters erschienenen Dorstenern einen musikalisch
zufrieden stellenden Abschluss der Weihnachtszeit.
Zu hören war diesmal ein umfangreiches musikalisches Programm,
das sich von Barock über Wiener Klassik und Romantik bis hinüber
zu modernen Werken erstreckte. Den dabei aufkommenden stimmlichen
Anforderungen musikalischer Flexibilität waren die Sängerinnen
und Sänger gut gewachsen.
Während Johann Crügers „Cantate Domino“ als
Einführung noch a-cappella auskommen musste, wurden die Musiker
bald durch ein Streichquartett ergänzt. Hier entfaltete sich
jetzt das Potential dieses Konzertes und ließ besonders bei
Joseph Haydns „Missa brevis“ nur wenige Wünsche
unerfüllt. Zart verbanden sich die Streicherklänge mit
den vibrierenden Chorstimmen und erfüllten das Kirchenschiff
so mit den wunderbar komponierten Tönen Haydns.
Es folgte ein Ausflug in romantische Werke wie Anton Bruckners „Locus
iste“ und Felix Mendelssohn Bartholdys „Jauchzet dem
Herrn, alle Welt“. Deutlich kristallisierte sich hier heraus,
wo der eigentliche Schwerpunkt der Gesangsarbeit des Chores liegt,
brillierte er doch hier besonders.
Zum Abschluss wandten sich die Musiker unter der Leitung Alfred
Schulze-Aulenkamps moderneren Werken von Davis Willcocks (O komm,
o komm, Emanuel),
John Rutter (All things bright und beautiful) und Charles Wood
(Ding, dong! Merrily on high) zu. So lieferte der Chor ein solides,
breitgefächertes
Programm ab, das auf beliebten Stücken der verschiedenen Epochen
fußte und so mit großer Gewissheit die Ohren der geneigten
Zuhörer nicht verfehlen konnte.
Daniel Schlichter, Dorstener Zeitung (RN) vom 19.01.2010
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Eine anspruchsvolle Leistung
Die Hardter St. Nikolaus-Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt.
Kein Wunder, erwartete die Anwesenden doch mit Händels „Messias” ein
besonderer musikalischer Leckerbissen - dargeboten vom Brahms-Chor
Dorsten. Georg Friedrich Händels „Messias” stellt „das
meistgespielte barocke Oratorium überhaupt” dar, wie es
Alfred Schulze-Aulenkamp formuliert. Der Leiter der städtischen
Musikschule Gelsenkirchen und Dozent für Chorleitung an der
Landesmusikakademie NRW ist auch zugleich musikalischer Leiter des
1994 gegründeten Dorstener Chores.
Der „Pflege anspruchsvoller weltlicher und geistlicher Chormusik
a cappella und mit Instrumentalbegleitung” haben sich die mittlerweile
44 Mitglieder des gemischten Chores auf die Fahne geschrieben. Im
Fall des Messias' kein leichtes Unterfangen, existieren doch gleich
mehrere Abwandlungen. „Wir führen den Messias in der Fassung
auf, wie ihn Händel zu Lebzeiten präsentiert hat. Natürlich
in der Originalsprache Englisch und mit historischen Instrumenten
wie etwa Naturtrompeten, also Trompeten ohne Ventil”, erklärt
Martin Fleckenstein, der Vorsitzende des Brahms-Chores.
Unterstützt wurden die Sänger vom Barockorchester „L'Arco” aus
Hannover, sowie den Solisten Helen van Almsick (Sopran), Marion Thienel
(Mezzosopran), Giovanni da Silva (Tenor) und Vinzenz Haab (Bass).
Im ersten Part des „Messias”, der thematisch die Verheißung
und Geburt des Heilands behandelt, glänzte der Chor vor allem
an der wohl bekanntesten Stelle des Oratoriums, dem Vers aus Jesaja
9,6. Part Zwei (Passion und Auferstehung Jesu) und der dritte Teil
(Erlösung) wurden ebenfalls im Wechsel durch die Solisten, das
Orchester und den Chor dargeboten.
Die musikalisch sehr anspruchsvolle Leistung aller Beteiligten wurde
vom Publikum mit kräftigem Applaus honoriert. Ganz im Sinne
Händels, der angeblich zu Lebzeiten sagte: „I should be
sorry if I only entertained them; I wished to make them better.”
WAZ - Dorsten, 18.05.2009, Nikolas Holecek
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Herausragende Akzente
Brahms-Chor brillierte am Sonntagabend mit einem reinen a-capella-Programm
DORSTEN - Seit 1994 sorgt der Brahms-Chor für herausragende
Akzente im Dorstener Musikleben – so auch am Sonntag in der
Kirche vom Ursulinenkloster zum Abschluss des Altstadtfestes.
Zu hören war erstmals ein reines a-capella-Programm, dessen
hohen Anforderungen die ca. 30 Sänger und Sängerinnen
gut gewachsen waren. Feines Gehör, physische Leistungsfähigkeit
und hohe Präzision waren gefragt.
„Kontraste“ sollten vermittelt werden: Im Gegensatz
zum Vorjahr, wo mit dem opernartigen Rossini-Werk „Petite
Messe Solennelle“ ein einzelnes abendfüllendes Werk
aufgeführt wurde, konnten die Zuhörer in der voll besetzten
Kirche diesmal ein großes Spektrum von kurzen Chorstücken
aus fünf Jahrhunderten genießen. Dabei wurden verschiedene
Musikstile und Regionen einander gegenüber gestellt. Für
zwei alte Werke von Claudio Monteverdi und Heinrich Isaac nahm
der Chor eine nach Stimmlagen bunt gemischte Aufstellung ein, so
dass praktisch alle ihre Stimme wie Solisten singen mussten. Für
die Gegenüberstellung mit zeitgenössischen Chansons von
Francis Poulenc standen Sängerinnen und Sänger wieder
in Stimmblöcken. Die französischen Texte seien sehr metaphorisch
formuliert und könnten nicht ins Deutsche übersetzt werden.
Das Publikum solle einfach seiner Phantasie freien Lauf lassen.
Dann werde sich schon erschließen, worum es hier geht, so
Chorleiter Alfred Schulze-Aulenkamp. Der Chor schaffte es hervorragend,
die Werke in der jeweiligen Muttersprache des Komponisten zu interpretieren.
Besonders die skandinavische „Klangmusik“ soll auch
in Zukunft ein Schwerpunkt in der musikalischen Arbeit des Brahms-Chores
sein. Alfred Schulze-Aulenkamp hat nach der Übernahme der
Chorleitung vor sieben Jahren das Repertoire in dieser Richtung
stark erweitert. Der besondere Charakter der schwedischen Sprache
macht für ihn zusammen mit der typischen musikalischen Ausdrucksweise
eine künstlerische Einheit aus und sei für eine angemessene
Interpretation unabdingbar. Den skandinavischen Klängen wurden
im Konzertprogramm textbetonte Prévert-Vertonungen des im
letzten Jahr verstorbenen Harald Genzmer entgegen gesetzt. Diese
witzig skurrilen Texte forderten die Artikulationsfähigkeit
des Chores heraus. Zuerst wurde die „Rechenstunde“ einstudiert – eine
Hommage an die vielen Lehrer im Brahms-Chor, erzählte Schulze-Aulenkamp
dem Publikum. Nach diesen ersten (Kost-)Proben hatten die Sänger „Blut
geleckt“ und wollten mehr – mehr Prévert und
mehr Genzmer! Ein ganzes Jahr hat sich der Brahms-Chor auf dieses
Konzert vorbereitet.
Im Wechsel mit dem Brahms-Chor trat der Frauenchor TonArt von
der Städtischen Musikschule Gelsenkirchen auf. Im ersten Teil
sangen die 25 Frauen vierstimmige geistliche Lieder aus der Feder
von Zeitgenossen wie Colin Mawby, Javier Busto und Knut Nystedt.
Im zweiten Teil interpretierten sie romantische Musik zum Thema „Frühling“ von
Johannes Brahms, Arnold Mendelssohn und Max Reger mit schönen,
hellen, homogenem Klänge.
Sabine Bornemann, Dorstener Zeitung, 03.06.2008 |
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Wortwitziger Großstadtpoet
Mit frechen Chansons nach Jacques Prévert einerseits und
erhabenen Marienliedern andererseits machte das Chor-Programm „Kontraste“ seinem
Namen alle Ehre, gesungen vom Brahms-Chor und „TonArt“
DORSTEN - Mit dem Programmtitel „Kontraste“ versprach
der Brahms-Chor am Sonntagabend in der St. Ursula Kirche eine Menge – und
hielt das allermeinste. Manchmal jedoch ging die wilde Reise durch
die verschiedensten Epochen trotz technischer Perfektion auf Kosten
der Nachhaltigkeit.
Der Gelsenkirchener Frauenchor „TonArt“ war der Einladung
der Dorstener gefolgt, und gemeinsam gestalteten die Chöre
unter der musikalischen Leitung von Alfred Schulze-Aulenkamp einen
stilistisch abwechslungsreichen Abend in den klangvollen Gemäuern
der St. Ursula Kirche.
Das fünfteilige Konzertprogramm hielt einige besondere Perlen
bereit, und wurde auch sonst vom bewährt reinen Klangbild
der Chöre auf einem hohen Niveau gehalten.
Den Auftakt gab der Brahms-Chor mit dem modernen Chorwerk „Viva
la musica“ aus der Feder des gebürtigen Ungarn Iván
Eröd. Daran anschließend präsentierten die Sänger
drei berauschende Titel des vor einem Jahr verstorbenen Münchener
Komponistenprofessors Harald Grenzmer.
Die erste der drei mitreißenden Vertonungen des französischen
Lyrikers Jacques Prévert forderte die Artikulationsfähigkeit
des Chores aufs Äußerste heraus. „Wie man einen
Vogel malt“, so der skurrile Titel des Werkes, gelang den
Sängerinnen und Sängern ausgezeichnet. Jede Finesse des
agressiven Wortwitzes des Großstadtpoeten Prévert
war gut verständlich und traf ins Mark. Nicht anders verhielt
es sich bei dem kurzen Titel „Stadturlaub“ und der
surreal anmutenden „Rechenstunde“.
Nach diesen verwegenen weltlichen Kompositionen sang der Frauenchor
geistliche Musiken aus dem 20. Jahrhundert, die fast ausschließlich
Marientexte verwendeten. Erhabene Gesänge, breite Klangbögen
und eine zarte Innigkeit im Ausdruck wurden vom Publikum mit anhaltendem
Beifall belohnt.
Der Brahms-Chor legte bei seinem zweiten Auftritt das Augenmerk
auf Kompositionen des 16. und 17. Jahrhunderts. Chorlied und Madrigal
von alten Meistern wie Claudio Monteverdi wurden mit den modernen
Chansons von Francis Poulenc kontrastiert.
Stimmsicher spannte der Chor einen dramatischen Bogen vom Barock
bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts.
Das letzte Kontrastpaar des Abends bildeten die Musiker mit deutschen
und skandinavischen Volksliedbearbeitungen. Während die Gelsenkirchener
Gäste Werken von Brahms bis Reger ihre Stimme gaben, widmete
sich der Brahms-Chor den nordischen Klängen. Insbesondere
mit fünf Titeln des Schweden Wilhelm Peterson-Berger entzündeten
die Sänger die Begeisterung des Publikums. Die bildreichen
Naturschilderungen offenbarten sich im intensiven und raumgreifenden
Gesang des Chors.
Mit einem schwedischen Volkslied von Hugo Alfvén und einer
getragenen Zugabe ging nach rund 90 Minuten ein kontrastreiches
Konzerterlebnis zuende.
Judith Abel, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 03.06.2008 |
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Die
Würde des Gesangs
DORSTEN – Es war ein außergewöhnliches Konzertereignis, das
den Zuschauern Sonntagabend in der Nikolaus-Kirche geboten wurde. Zunächst
war es der Brahms-Chor, der das Niveau städtischer Konzerte seit Jahren
auf hohem Standard fixiert.
Außerdem bestätigte sich seine gewohnt exzellente Werkwahl, die
in diesem Jahr der „Petite Messe Solennelle“ von Gioacchino Rossini
einen Glanzpunkt seiner musikalischen Anforderungen erreichte.
Die instrumentale Besetzung des Werkes mit Klavier und Harmonium bot allein
den durch den ungewohnten Klang einen außergewöhnlichen Hörreiz,
der mit dem Chor und den Solisten sich ideal ergänzte und vermischte.
Die religiöse Grundhaltung Rossinis ist ein Alterswerk des Komponisten,
der lange ausschließlich als Opernkomponist bekannt war. Um so überraschender
ist man über den sakralen Ernst seiner Komposition. Der Dirigent Alfred
Schulze-Aulenkamp wusste diese archaischen Klänge, die der barocken Polyphonie
entstammen, in besonderer Weise zu gestalten. Und der Chor folgte subtil mit
außerordentlichem Stimmeinsatz. Er erfasste sensibel die strukturellen
Prozesse seiner Partien, die dem Werk seine Durchhörbarkeit vermittelten.
Und das alles bei einer sehr guten, farbenreichen, stimmlichen Substanz, die
sich mit einer bemerkenswerten musikalischen Präsenz verband. Nur weiter
so, möchte man ihnen wünschen.
Zweifellos hat Rossini größeren Kompositionsanteil dem Solo-Quartett
zugedacht. Aus der Verquickung mit dem Chor, aber auch in der musikalisch sanglichen
Substanz, vermittelten Marie-Helen Joel (Sopran),
Marion Thienel (Alt), Albrecht Kludszuweit (Tenor) und Michael Haag (Bass)
dem Werk die professionelle, stimmliche Qualität. Ihr eindringliches Musizieren
und ihre perfekte stilistische Einordnung waren wesentlich beteiligt am Erfolg
des Konzerts. Diesen hohen Stellenwert erfüllten außerdem David
Cavelius am Klavier und Bernhard van Almsick, Harmonium, in ihrer technisch-brillanten
wie inspirierenden Musik-Freudigkeit.
Ein solch außerordentliches Konzerterlebnis gebührt ein hoher Stellenwert,
den der lang anhaltende Beifall des Publikums mit Recht bestätigte.
Volker Wiltberger, Dorstener Zeitung, 18.09.2007 |
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Gesungene Botschaft
Dorsten - Wer das Glück hat, ein geistliches Konzert in der St. Ursula-Kirche
durchzuführen, darf diesen Vorteil aus der mystischen Stimmung dieses Raumes
heraus nutzen und genießen. Es ist einerseits seine architekturbedingte
Ruhe, die andererseits eine Nutzung von Licht und Dunkelheit anbietet und damit
eine meditative Deutung zulässt.
Auf diesem Hintergrund hatte der Brahms-Chor unter der Leitung von Alfred Schulze-Aulenkamp
und das "Fontana Consort" eine schon fast manipulative Gefühlsintensität,
die den vielen Zuhörern gut tat. Mittelpunkt des Konzerts waren Adventslieder,
die quer durch die Musikgeschichte bis zur Spätromantik aus ihrer schlichten
Schönheit heraus neu gestaltet wurden.
Außergewöhnlich
Und dieses intensive Miterleben vermittelte ein außergewöhnliches
Hörerlebnis. Dafür garantierte zunächst ein junges Instrumental-Ensemble
mit Heike Fleckenstein, Blockflöte, Gabriele Wolfslast, Traversflöte,
Werner Brandt, Barock-Fagott, Hans-Jakob Gerlings, Cembalo und Orgel. Sie setzten
aus dem Geist barocker Spielweise heraus ihre Musikalität und Virtuosität
hervorragend in Szene.
Dabei ergänzte sich die Rasanz ihres Tempos mit der Expressivität ihrer
Tongebung. Ihre geistreichen Dialoge in der Trio-Sonate von Archangelo Corelli,
dynamisch fein abgestuft, erfuhren vor allem in der Trio-Sonate von Georg Ph.
Telemann eine noch sensiblere Differenzierung, die ihre kammermusikalische Qualität
voll auszukosten erlaubte.
Es war eine Freude, ihnen zuzuhören. Zu ihnen korrespondierte der Brahms-Chor
mit sehr schönen Chorsätzen vom Barock bis in die Spätromantik.
Der erste Chorblock fügte Bearbeitungen über das Lied "Nun komm
der Heiden Heiland" in erstaunlicher satztechnischer Vielfalt aneinander,
die zum Vergleich herausforderte. Ob schlicht harmonisch oder aufregend verzahnt
im Chorsatz, der Chor entzündete sehr schnell die Neugier des Zuhörens.
Leider muss man allerdings die unterschiedliche Präsenz zwischen den Männer-
und Frauenstimmen situationsbedingt hinnehmen.
Dann folgten Chorsätze über "Machet die Tore weit". Sie waren
leuchtende Beispiele für die textorientierte Gesangsintensität des
Chores, mit der die komplizierteren Kompostionsprozesse bewältigt werden
konnten. Erwähnenswert ist dabei eine solistische Liedfassung von Thomas
Selle, in der Simone Juste den strahlenden Glanz ihrer Sopranstimme und ihrer
astreinen Intonation unter Beweis stellte. Dank der straffen Führung des
Dirigenten wurde der Chorsatz von Max Reger über "Und unser lieben
Frauen Traum" zu einem nachhaltigen Musizieren.
Dagegen waren bei der aufwändigen Chorfassung "Oh Heiland reiß die
Himmel auf" von Johannes Brahms gelegentliche Schwächen nicht zu überhören.
Mit Recht belohnten Blumen und der langanhaltende Beifall die Stimmung des Abends
als Hinführung auf die vorweihnachtliche Zeit.
- Volker Wiltberger 04. Dezember 2006 | | Dorstener Zeitung Dorsten |
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Adventlicher Glanz in Vollendung
Der Brahms-Chor und die vier Instrumentalisten des Fontana Consort
vereinten "kleine" Werke zu einem großen Konzertabend
in der ausverkauften St. Ursula-Kirche.
Dorsten. Ein großes Konzert kann auch aus einer Anzahl "kleiner" Werke
zum anrührenden Erlebnis werden. Mit beeindruckender Stimmkultur und einer
vorzüglich durchdachten Wahl des Programms bot der Brahms-Chor in der ausverkauften
St. Ursula-Kirche am Samstagabend eine Einstimmung in die Adventszeit, wie sie
besser kaum hätte gelingen können.
Schon die Eröffnung mit den schlichten Choralsätzen alter Musik war
dennoch von besonderer Qualität: Anhand der fünf Strophen von Johann
Crügers "Nun komm, der Heiden Heiland" entstand quasi eine neue
Komposition mit den Mitteln der Collage: nämlich aus weiteren Sätzen
seiner frühbarocken Zeitgenossen.
Den schwungvollen und zugleich andächtig-verhaltenen Zauber barocker Instrumentalmusik
präsentierte das Fontana Consort zunächst am Beispiel Corellis. Mit
einem aparten Miteinander folkloristisch anmutender Themen und frühbarocker
Kunstauffassung entzückte dann eine "Sonata Terza" Fontanas. Hans-Jakob
Gerlings am Cembola und vor allem Heike Fleckenstein an der Sopran-Blockflöte
dankte herzlicher Applaus.
Eine ähnlich klangschöne Überraschung gestaltete der Kantor von
St. Agatha, jetzt an der Kirchenorgel, mit Simone Juste als Chorsolistin und
Thomas Selles kleiner Solo-Motette: Ein schöner Mezzo-Sopran korrespondierte
ausdrucksvoll mit den Chorstimmen.
Von diesem wiederentdeckenswerten kleinen Werk aus "sprang" das Programm
vom Barock in die Romantik - und war doch kein abrupter Wechsel, denn eine Empfindsamkeit
individueller Prägung zeichnete Selles Komposition ebenso aus wie die Werke
seiner rund 200 Jahre später wirkenden Kollegen.
Albert Beckers Motette "Machet die Tore weit" trumpfte auf in majestätischem
Gleißen, bezwingend dargeboten von einem Chor, der die feine Akustik dieses
Kirchenraumes souverän zu nutzen wusste. Doch das Herzstück dieses
Konzertes folgte mit Max Regers zwischen Spätromantik und Moderne flirrendem "Unser
lieben Frauen Traum", das ein-setzte in zarter Innigkeit und das trotz seiner
Kürze einen großen, hochdramtischen Bogen ausformte. Der Brahms-Chor
sollte es als Zugabe noch einmal singen und damit eine vorzügliche Wahl
treffen.
Die beiden lateinischen Advents-Motetten von Josef Rheinberger standen dieser
berückenden Komposition kaum nach. Als Dirigent formte Alfred Schulze-Aulenkamp
aus ungemein exakt ausholenden Bewegungen quasi sichtbar die komplexe Architektur.
Das galt natürlich auch für die in einer kunstvollen Doppelfuge gipfelnde
Motette "O Heiland, reiß die Himmel auf" des Chor-Patrons Johannes
Brahms. Es war die Kulmination eines großen Konzertabends - der sich allerdings
auch dadurch auszeichnete, dass er keineswegs allein vom Glanzlicht dieses Finales
geprägt war.
Anhaltender Applaus dankte dem Brahms-Chor und seinem Dirigenten für diesen
Abend von zum Schluss geradezu orchestraler Pracht.
03.12.2006 Von Ralph Wilms |
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Die Heiterkeit des Gesangs
Dorsten - Der starke Regen verbunden mit heftigem Sturm hatte
sich am Samstag soeben gelegt, als sich die Aula des Gymnasium Petrinum
bis auf den letzten Platz füllte, um das Konzert des Brahms-Chores
nicht zu verpassen.Sein über 10-jähriges Bestehen gehört
zu den musikalischen Lichtpunkten, worüber die Stadt stolz sein
kann. Den Beweis dafür lieferte ein Chorgesang, der aus der Sprache
heraus die Emotionalität des Textes hörbar machte. "Liebe
und Lust" waren angesagt, ein Frühlingsthema aus fünf
Jahrhunderten der Chorliteratur.Nach den ouvertürenähnlichen,
einleitenden Chorsätzen von Thomas Morley und Giovanni Gastoldi
erregte ein musikalischer Wutausbruch in "Ich brinn" von
Hans Leo Hassler den vierstimmigen Gesang.Animalisches ChaosGlatte Übergänge
zu überraschenden Taktwechseln und ausdrucksintensive Melismen
verrieten die sängerische Qualität dieses Chores. Man spürte
die vorbildliche didaktische Arbeit des Dirigenten Alfred Schulze-Aulenkamp,
der mit sparsamer Gestik dennoch die Intensität des Singens deutlich
markierte.Auf dieser Ebene bewegten sich ebenso virtuos die polyphonen
Klangereignisse des "Contrapunto bestiale" von Bancherie.
Hund, Katze, Kuckuck und Eule steigerten sich gegenseitig zum animalischen
Chaos.
Dagegen war das "Singen" der Grille in einer Komposition von Josquin
Desprez eine akustische Wohltat. Dieser Chor machte es möglich. Und warum
sollte er sich nicht mit der melodischen Schönheit von "Yesterday" schmücken?
Durch geschickte Herauslösung aus dem Gesamtchor hatte sich der Frauenchor
vorgestellt, der mit seinen lebhaften Gesängen schon ein kantables Ebenmaß und
eine erfrischende Musikalität vorweisen konnte.KompetenzSicher wird sich
die Erinnerung an dieses Konzert ganz intensiv mit der Sopranistin Helen Riedel
verknüpfen. In ihren Liedbeiträgen konnte sie vor allem ihre werkbezogene
Kompetenz und ihr hohes sängerisches Niveau unter Beweis hören. Ebenso
betonte der Pianist Rainer-Maria Klaas neben seiner intuitiven und zuverlässigen
Begleitung am Flügel seine außergewöhnliche, feinnuancierte Anschlagskultur
und die vitale, ja attackierende Kraft der Interpretation eines äußerst
virtuosen Werkes von Olivier Messiaen aus dem Zyklus "Catalogue d?oiseaux".Um
das bunte Kaleidoskop der Vorträge noch farbiger zu gestalten, ergänzte
Michael Dücker auf der großen Basslaute, der Theorbe, und auf der
normalen Laute, solistisch wie begleitend, den Charakter der frühlingshaften
Musik. Das Publikum dankte mit langanhaltendem Beifall.
Volker Wiltberger -
22. Mai 2006 | Dorstener Zeitung Dorsten |
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Brahms Chor singt von der Liebe
"Liebe, Lust . . . und andere Tiere" hieß das
Motto des Konzertes, das der Brahms Chor am Wochenende in der Petrinum-Aula
gab. Der Chor sang sich durch 5 Jahrhunderte Musikgeschichte.
Dorsten. Fast gänzlich gefüllt war die Aula des Gymnasiums
Petrinum am Samstag, als der Brahms Chor bei seinem Frühlingskonzert
eine Reise durch
fünf Jahrhunderte Musikgeschichte unternahm.
" Liebe, Lust ... und andere Tiere" war das Motto des Nachmittages,
zu dem die rund 30 Musiker hochkarätige Unterstützung begrüßen
konnten: Neben Sopranistin Helen Riedel war Rainer-Maria Klaas am Flügel
mit von der Partie, sowie Michael Dücker, der Laute und Theorbe zupfte.
Schon zur Eröffnung konnte der Chor seine volle Klangbreite entfalten, ü berzeugte
unter der Leitung von Alfred Schulze-Aulenkamp bei Thomas Morleys " Sing
we and chant it" aus dem16. Jahrhundert. Dort begann auch die Reise durch
die verschiedenen musikalischen Epochen. Gerade die Laute und die Theorbe verleiteten
das Publikum zum Träumen.
Auch der Chor in hochklassiger Form sang anschließend ebenso präzise
wie
gekonnt "Ich brinn und bin entzündt" von Hans Leo Hassler aus
dem 16. Jahrhundert. Die rund 30 Laien-Stimmen erreichten eine enorme Präsenz,
die Herausforderung, wie im Programmheft beschrieben, gelang, zwischen Alter
Musik, der Ästhetik der Romantik und später der Stilistik der Beatles
umzuschalten.
Sopranistin Helen Riedel bot im Anschluss Stücke aus John Dowlands "The
Booke of Songs or Aires". Nachdem der Frauenchor mit Flügelbegleitung
Märchenlieder von Heinrich von Herzogenberg (Ende des 19. Jahrhunderts)
intonierte, endete die erste Hälfte mit "Yesterday" von John
Lennon und Paul McCartney.
Doch sollte es nicht nur um die Liebe und ihre unzähligen Facetten gehen.
Der zweite Teil stand im Zeichen von Eule, Hund und Katze, war den Tieren gewidmet.
Nach einem Abstecher in die italienische Sprache und dem bewundernden Belauschen
einer Nachtigall endete das Frühlingskonzert mit " The lion sleeps
tonight".
Das Publikum traf sich schließlich zur inzwischen Tradition gewordenen
Konzert-Nachlese im Foyer.
Sein nächstes Konzert gibt der Brahms Chor erst am 2. Dezember in der
St.Ursula-Kirche. Alle Dorstener sind eingeladen, sich diesen Termin schon
heute vorzumerken.
22.05.2006 WAZ, Tina Sarge |
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Stimmsicher und ausdrucksstark
Brahms-Chor begeisterte am Wahlsonntag in St. Ursula mit einem anspruchsvollen
Konzert geistlicher Chorwerke aus fünf Jahrhunderten: "Cantate
Domino"
Dorsten. "Cantate Domino" oder "Singet
dem Herrn", so hieß es am Sonntagabend in der St. Ursula-Kirche:
Der Brahms-Chor unter der Leitung von Alfred Schulze-Aulenkamp präsentierte
Chormusik aus fünf Jahrhunderten. So unterschiedliche Werke
wie Johann H. Scheins "O Herr, ich bin dein Knecht" und
Anton Bruckners "Locus iste" gleichermaßen adäquat
zu interpretieren, war eine Herausforderung, die man im Verlaufe
des Abends jedoch sehr souverän meisterte.
...So wie die beiden Orgelwerke des Abends einen riesigen Zeitraum
umspannten, so tat es der Brahms-Chor mit seinen Werken auch. Schon
das erste Stück deutete das an: Ausgehend von einem Bach-Choral,
entwickelte sich das Stück in der Bearbeitung von Knut Nystedt
aleatorisch", also nach dem Prinzip des "unkontrollierten
Zufalls", das vor allem auf John Cage zurückgeht. Das
organisierte Miteinander der Stimmen zerfloss zu dissonanten, nicht
mehr synchronisierten Klangflächen, die raumgreifend und sehr
intensiv wirkten, und zwar nicht nur, weil der Chor das Publikum
dabei in einem großen Halbkreis umspannte. Sehr stimmsicher
und ausdrucksstark gelangen viele der Werke des 16. und 17. Jahrhunderts.
Der lineare Spannungsverlauf der Einzelstimme und die Ausgewogenheit
des Gesamtklanges schlossen einander nicht aus; Homogenität
und Transparenz entwickelte man ganz nach
den Erfordernissen der Sätze.
Ein Highlight aus dem Bereich der modernen Chormusik: Ernani Aguiars
"Salmo 150", eine lautmalerische Vertonung des großen
Abschlusspsalms, die trotz des enormen Tempos, mit dem manche Textpassagen
hervorgebracht werden mussten, sehr exakt und auch musikalisch fulminant
wirkte.
WAZ, Dr. Bernd Leiting |
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Vitale Lebensbegleitung
"10 Jahre sind noch nicht viel", resümieren die einen,
"aber auch nicht wenig", protestieren die anderen und
legten die Messlatte noch etwas höher.
So oder ähnlich könnte die Einschätzung lauten, mit
der der Brahms-Chor in einem glanzvollen Konzert am Christkönigstag
in der St. Agathakirche sein Jubiläum markierte. Für diese
Sängerinnen und Sänger ist der Gesang eine vitale Lebensbegleitung.
Auf dem Programm standen geistliche Chorwerke - die "Messa
di Gloria" von Giaccomo Puccini und das "Te Deum"
von Antonin Dvorak - die sehr unterschiedlich in ihrer geistlichen
Botschaft, aber doch höchst spannend in ihrer musikalischen
Aussage ein Geburtstagsfest vermittelten, das erinnerungswürdig
bleiben wird.
Alfred Schulze-Aulenkamp scheint seine Interpretationsintensionen
mit dem Brahms-Chor, die er ein wenig abseits von der üblichen
Literatur, in der sängerischen Perfektion und der Übermittlung
vitaler Musikereignisse sieht. Und das ist ihm mit dem Chor, den
Solisten und dem Orchester "Neue Philharmonie Westfalen"
vollauf gelungen...
...Der Brahms-Chor konnte die Homogenität seines Chorklangs,
seine Intonationsperfektion, seine strahlende, füllige Klanglichkeit
voll ausschöpfen. Das tat dem Werk gut auf dem Hintergrund
eines sensibel agierenden Orchesters, in Verbindung mit der stimmlichen
Präsenz von Cho Chang-Who (Tenor) - sehr schön das "et
in carnatus est" und dem klar disponierten Bass Christoph Scheebens.
Neben diesem Jugendwerk nahm das "Te Deum" von Antonin
Dvorak als Alterswerk naturgemäß einen ganz anderen Stellenwert
ein, tiefer gehender, mit größerer Innenspannung in den
akustischen wie geistig musikalischen Dimensionen.
Jedes Detail verdiente eine besondere Würdigung. Die stimmliche
Substanz des Chores verdichtete sich, ihre dynamische Bandbreite
fügte sich sensibel in die Vorgabe der Partitur ein und der
Sprachduktus ließ auch ohne Textheft keine Verständnisschwierigkeiten
aufkommen. Im Dialog dazu erspürte man aus der klug ausbalancierten
Leichtigkeit der Sopranstimme von Johanna Krumin und der sprachlich
wie musikalisch feinsinnig strukturierten Bassstimme von Christoph
Scheeben den emotionalen Schub einer religiösen Hingabe an
das Werk, dem das Orchester seine instrumentale Verdichtung werkgerecht
hinzufügte.
Das alles wäre ohne die sichere Zeichengebung, die vorwärts
drängende Intensivierung des Dirigenten Alfred Schulze-Aulenkamp
nicht denkbar gewesen. Dafür gab es eine begeisterte Zustimmung
- standing ovations- im voll besetzten Kirchenraum.
Volker Wiltberger 23.11.2004 Dorstener Zeitung |
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Jugendwerk und vollendete Meisterschaft
Mit der chorsinfonischen Begegnung zweier Meister der vorletzten
Jahrhundertwende feierte der Brahms-Chor seinen zehnten Geburtstag.
Und das hohe Niveau der Darbietung fand in St. Agatha wieder ein
zahlreiches Publikum - wie es dieser Jubilar sicher erwarten kann...
...Der stete dynamische Wandel, der in dichter Folge fast Wort für
Wort des "Gloria" neu akzentuierte, forderte den Chor,
der sich sicher über den Fanfarenglanz der Bläser erhob.
Wahrlich opernhaft auftrumpfen durfte das Orchester unter dem mit
Verve dirigierenden Alfred Schulze-Aulenkamp, als es beim "Gratias"
galt, den ersten Einsatz des Tenors zu begleiten. Die Stimme Cho
Chang-Whos tönte voller Spannkraft durchs hohe Kirchenschiff.
...Zwischen den Einsätzen des vor allem in den Höhen erfreulich
beweglichen Bassisten klang der fein eingestimmte Chor denn doch
zu ätherisch gegenüber einer Orchestrierung von fast körperlicher
Fülle, wie Puccini sie dem "Credo" gegeben hatte.
Christoph Scheeben gestaltete seine Bass-Partie mit tadellosem Maß,
das auf dröhnendes Auftrumpfen verzichten konnte.
Überraschend matt verklang nach rund 40 Minuten das "Agnus
Dei": Puccinis sonst so ausgeprägter Sinn für Fulminanz
fehlte hier gänzlich - und das Publikum brauchte denn auch
einen Moment, bis der Applaus einsetzte.
Wie freudig-lebhaft sollte danach Antonin Dvoraks "Te Deum"
zu Paukenschlägen eröffnen. Das Programmheft des Brahms-Chores
betonte die zeitliche Nähe beider Werke, verwies aber auch
darauf, dass Dvoraks Komposition "ein gereiftes Spätwerk"
sei. Das war unüberhörbar. Außerordentlich frisch
und glanzvoll gestaltete der böhmische Meister in seinen bejubelten
amerikanischen Jahren die Einsätze für Stimmen wie Orchester...
...Nahezu gelassen entfaltete das Werk seine volle Klangpracht,
vereinten sich Chor und Orchester in sinfonischer Dichte zu einem
Zauber von schönster Selbstverständlichkeit. Dieses "Te
Deum" steht Dvoraks noch berühmteren "amerikanischen"
Werken - der Sinfonie, dem Quartett und Cellokonzert - kaum nach.
Und auf das bis zum letzten Paukenwirbel mit Gusto ausgekostete
Finale in dieser Grandiosität hätte der junge Puccini
noch neidisch sein können. Die Zuhörer erhoben sich und
dankten mit stehenden Ovationen für ein eindrucksvolles Konzerterlebnis.
Ralph Wilms 23.11.2004 WAZ |
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Von
der anrührenden Tiefe des Ausdrucks
Dorsten. Zehn Jahre Brahms-Chor in Dorsten - ein besonderes Jubiläum?
Diese Frage stellten sich am Sonntagabend neben den Vereinsmitgliedern
auch zahlreiche Besucher beim Jubiläumskonzert in der Aula
der St. Ursula-Realschule. Die Antwort - Pianist Christoph Haas,
Bassist Christoph Scheeben und Kabarettist Andreas Etienne trugen
maßgeblich dazu bei - war schnell gefunden: Auch wenn man
auf nur zehn Jahre zurückschaute, war die Jubiläumsfeier
ein lohnendes Ereignis.
Wer zuvor schon Chorkonzerte unter der Leitung von Alfred Schulze-Aulenkamp
gehört hatte, konnte auch an diesem Abend einen Wesenszug seiner
Arbeit wieder erkennen, der recht deutlich hervortritt: Schulze-Aulenkamps
Ziel ist es offenbar, stilgerechte, ausdrucksstarke Interpretationen
zu schaffen, ohne dabei plakativ zu werden, ohne die "Idee"
der Musik demonstrativ und um jeden Preis ans Licht zu zerren. Die
individuellen Möglichkeiten des Chores werden dabei bewusst
beachtet. Wunderbare Beispiele dafür: die "Drei Gesänge"
op. 42 von Johannes Brahms. Hier und in etlichen anderen Chorwerken
begegnen dem aufmerksamen Hörer neben komplexeren Passagen
Elemente volkstümlicher Schlichtheit, denen so mancher Chorleiter
nur wenig gestalterische Aufmerksamkeit schenkt.
Schulze-Aulenkamp führte seinen Chor, der sich während
des gesamten Abends als gut geschultes, sensibel reagierendes und
ausdrucksstarkes Vokalensemble zeigte, zu großer Intensität
und einer anrührenden Tiefe des Ausdrucks.Bisweilen überstieg
die Wirkung hier sogar die solcher Werke, in denen die Sängerinnen
und Sänger über die Vierstimmigkeit hinausgehende Spaltklänge
und kleine Solopassagen zu bewältigen haben. Das Ensemble wurde
hinsichtlich Intonation und Farbigkeit des Klanges bis an die Grenzen
seiner Möglichkeiten geführt. Der Pianist Christoph Haas
war dem Chor dabei immer eine versiert agierende Stütze.
Man brillierte aber nicht nur bei den Werken des Namensgebers Brahms.
Auch zeitgenössische Werke des 20. Jahrhunderts - hier hatte
man sich besonders der nordischen Musik mit ihrem oftmals volkstümlichen
Einfluss verschrieben - fanden Eingang in das Programm und wurden
vom Publikum zu Recht mit nachdrücklichem Beifall bedacht.
Dr. Bernd Leiting
17.05.2004 - WAZ
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Wir
machen Musik
... Einleitend mit drei Gesängen von Johannes Brahms op. 42,
in denen die alternierenden Männer- und Frauenstimmen wie in
"Darthulas Grabesgesang" sehr schön miteinander harmonierten,
erinnerten die "Zigeunerlieder op. 103" von Johannes Brahms
sehr lebhaft an ihr erstes Konzert 1994. Biographische Fixpunkte
behalten ihre Gültigkeit. Dafür ist die Musik ein idealer
Katalysator.
Liebevoll nachempfunden, erklangen vor allem die beiden letzten
Lieder in ihrer weichen, sehnsuchtsvollen Aussage: "Horch,
der Wind klagt in den Zweigen" oder dem synkopisch angelegten,
aufgeregt dahineilenden Schlusslied: "Weit und breit schaut
niemand mich an". Die deutliche Zeichengebung des Dirigenten
und der aufwendige Klavierpart von Christoph Haas setzten kräftige
Akzente und schafften das erwünschte Fundament für den
Chor, dessen Artikulation und Phrasierung sich vorbildlich am Text
orientierten. Bemerkenswert bleibt die dynamische Palette, die sich
als sehr reichhaltig erwies.
Das galt auch für die sehr schönen Volksliedsätze
aus nordischen Ländern, deren Melodien von manchen Zuhörern
hätten wahrscheinlich mitgesungen werden können. Doch
die zarten Zwischentöne des Chores hätten sie dann verpasst.
Der reichliche Schlussbeifall appellierte an den Chor: Nur weiter
so.
Volker Wiltberger
17. Mai 2004 - Dorstener Zeitung
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Die
Kraft des gesungenen Wortes
Dorsten - Carl Orffs "Carmina Burana" in Dorsten aufgeführt,
das hat schon einen hohen Stellenwert. Und so wunderte es nicht,
dass die Aula der St. Ursula Realschule bis auf den letzten Platz
gefüllt war. Das Herbstfest der Stadt gab dazu den vitalen
Hintergrund...
Die farbenfrohe Kleidung des Chores signalisierte Heiterkeit, oder
ländliches Festgebaren, so wie es in "Uf dem Anger"
oder auch "In Taberna" der Carmina Burana schon angelegt
ist.Wer jedoch das instrumentale Kolorit der Urfassung Orffs im
Ohr hat, musste sich auf die Version für Schlagzeug und zwei
Klaviere etwas umstellen. Doch hatte die Reduktion von Klangfarben
zu Gunsten der rhythmischen Prägnanz durchaus auch Vorteile.Alfred
Schulze-Aulenkamp ergriff vehement in seinem Dirigat diese elementare
rhythmische Urgewalt des Werks und teilte sie energisch, ja suggestiv
mit. Dieser Brahms-Chor ist in einer hervorragenden Form. Absolut
sicher im technischen Bereich - zum Teil sang man losgelöst
vom Notentext - erwuchs ihr farbenreicher "Sprechgesang"
zum dramatischen, höchst musikalischen, werkgerechten Musikerlebnis.
Korrespondierend mit dem Kinderchor der Städtischen Musikschule
Gelsenkirchen, die sich wie himmlische Stimmen von oben, von der
Empore der Aula, meldeten, fügte sich das "Welttheater"
Orffs zwischen Himmel und Erde zum kosmischen Ganzen.
...Blumen und langanhaltender Beifall des Publikums provozierte
die Fortsetzung solcher brillanten chorischen Konzertereignisse
in Dorsten.
Volker Wiltberger
Ruhr Nachrichten - 13. 10. 2003
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Klostergesänge
mit satter Sinnlichkeit
Dorsten. Dreimal holte der anhaltende Applaus Dirigent und Gesangs-Solisten
zurück auf die Bühne der St. Ursula-Realschule. Alfred
Schulze-Aulenkamp und der Brahms-Chor durften sich für eine
teils mitreißende Interpretation der "Carmina Burana"
verdient feiern lassen. Carl Orff gelang die vielleicht populärste
"E"-Musik des 20. Jahrhunderts - gerade weil seine Vertonung
altbayerischer Klostertexte in ihren knalligen Grundfarben und dem
weitgehenden Verzicht auf Kontrapunkt eben nicht nach Moderne klingt,
sondern nach einem teils romantisch verklärten Mittelalter.
Der treibende, insistierende Rhythmus von "Fortuna Imperatrix
Mundi" mag für die meisten Hörer die Essenz dieser
Gesänge aus Benediktbeuren bedeuten. Dabei bot der bestens
eingestimmte Brahms-Chor mit den beiden folgenden Sätzen "Primo
vere" und "Uf dem Anger" weitaus mehr zu entdecken:
Eben nicht nur den Orff der druckvollen Primitivismen - ein Fest
für die fünf Percussionisten der Bergischen Symphoniker
- sondern auch den zarten Romantiker Orff, der den Frühlingsreigen
mit strahlenden Stimmen feiern ließ. Geschmeidig fügte
sich der erste Solist des Abends, Bass-Bariton Christoph Scheeben,
dem vom Dirigenten hingebungsvoll gebotenen zarten Ansatz im Jubel
über "Omnia sol temperat". Dass dieser Sänger
auch als Schauspieler geübt ist, war jedem seiner wandlungsfähig
gestalteten Auftritte anzumerken. Die jungen Pianisten zeigten sich
bei ihrem kurzen Duo "Auf dem Anger" in ungleicher Form:
Hier holperte der in der Begleitung der Stimmen sonst so stetig
pochende Tanzschritt. Der Brahms-Chor dagegen bewies sich in diesem
Satz als verlässlich dichtes Gefüge, gestaltete ein flirrendes
Wechselspiel von Sopran- und Tenor-Stimmen und verdiente sich und
dem mit Verve dirigierenden Alfred Schulze-Aulenkamp ersten Applaus.
...Trotz recht unterschiedlicher Solisten-Leistungen strahlte diese
"Carmina Burana" mit einer Geschlossenheit und Freude,
wie sie der Brahms-Chor auch als farbenfrohes Bild vermitteln wollte:
Mit Bedacht hatten sich die Sängerinnen und Sänger mit
bunten Blusen und Hemden ausstaffiert. Für ein so lebenspralles
Werk setzte der Mut zu Farben das exakt richtige Ausrufezeichen.
Ralph Wilms
WAZ 13.10.2003
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Gesungener
Trost in dunkler Zeit - Brahms-Chor machte mit bewegenden Sätzen
die Geborgenheit der Musik erfahrbar
Das
Konzert am Totensonntag in der St. Ursulakirche, veranstaltet vom
Brahms-Chor Dorsten, fügte sich mit sehr schönen, zum
Teil bewegenden Chorsätzen in die Thematik des Tages, in der
sich Trost und Geborgenheit in der Musik erfahrbar machen.
Seit Gründung des Chores vor acht Jahren begleitet ihn eine
Spur des Erfolgs, die ihm einen besonderen Platz im städtischen
Kulturleben zuordnet. Nun hat Alfred Schulze-Aulenkamp die Leitung
übernomen, um in dieser Tradition weiter zu wirken. Dennoch
spürt man auch neue Wege, die sich vornehmlich in der Programmgestaltung
widerspiegeln. Weithin unbekannte Komponisten aus nordischen Ländern
prägten das Gesangsrepertoire mit neuen Ausdrucksformen und
Inhalten. Das war sicher für Zuhörer als auch für
die Choristen ein Gewinn.
Die Leichtigkeit der oft melodisch orientierten Frauenstimmen, getragen
von der Ruhe stützender Männerstimmen in dem Chorsatz
"Önnis on inimene" von Cyrillus Kreek ließen
etwas von dem Licht nordischer Länder anklingen. Aber auch
die jubelnde Freude in "I will praise thee, oh Lord" von
Knut Nystedt entzündete sich aus der äußerst differenzierten
Gesangskultur dieser singenden Musikanten. Dazu bedarf es einer
klugen, sich eindeutig mitteilenden Führung. Alfred Schulze-Aulenkamp
überzeugte durch die Ruhe seiner Zeichengebung, die zusätzlich
Akzente orientierend einbrachte....
(Ruhr-Nachrichten
vom 26. November 2002)
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Im
Feuer des Elias - Oratorium von Mendelssohn-Bartholdy vereint erstklassige
Musiker in St. Agatha
In langer Reihe standen die Musikfreunde vor der Pforte der St.Agathakirche,
um ein zentrales Ereignis des 750-jährigen Stadtjubiläums
nicht zu versäumen.
...Dieses Feuer des Propheten stand wie ein leuchtender Stern über
der gesamten Wiedergabe, die in ihrer Expressivität sich eindrucksvoll
dem Hörer mitteilte. Daran hatte der Chor, eine Zusammenführung
des Collegium Pax Domini mit dem Brahms-Chor Dorsten, wesentlichen
Anteil. Eine überaus aufwendige Probenarbeit ließ jede
technische Hürde weit hinter sich und schaffte Raum zur Deutung.
Handlungstragend besetzte er entscheidende Szenen.
Die Vielschichtigkeit der Aussageformen öffnete weit die Palette
gestalterischer Möglichkeiten, die vehement, einfallsreich,
ja fast professionell ergriffen und umgesetzt wurden. Dramatisch
bewegt, aber auch weich bis zu verhauchenden Tönen, gestalteten
sie von innen heraus das biblische Geschehen mit der Kraft einer
überzeugenden Klangrede. Kontemplative wie dramatische Szenen
wurden zum erregenden, nachhaltigen Erlebnis dieses Konzertes.
...Für sie alle, sowie die sehr sicher und engagiert musizierenden
Bergischen Symphoniker, waren die Dirigenten Christoph Hillnhütter
und Ludwig Wegesin präzise führende, inspirierende Dirigenten,
die dem romantischen Werk seine Einmaligkeit vermittelten.
(WAZ
vom 13. November 2001)
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Musik öffnete Vorhang zum
Wunder Jesu Geburt
Man müsste ihn erfinden, wenn es ihn nicht schon gäbe.
Gemeint ist der Brahms-Chor, der mit einem wunderschönen Weihnachtskonzert
in der Kirche von St. Ursula viele Herzen auf das Fest eingestimmt
hat. Auch der letzte Platz in der Kirche war besetzt.
... der Hymnus zur Vesper "Ave, maris stella" von Edvard
Grieg war eingetaucht in eine romantische Farblichkeit, die der
Chor, selbstverständlich a capella, sensibel ausschwingen ließ,
trotz geringfügiger Intonationsschwäche.
Danach erklang die erregende, einstimmig vorgetragene Bitte "Veni
Emanuel", im gregorianisch gestimmten Satz von Zoltàn
Kodàly, um mit mehrmelodischer Vielschichtigkeit im herrlich
fließenden Satz "Übers Gebirg Maria geht" von
Johannes Eccard frühbarocke Klangfülle zu entfalten. Mit
der tröstlichen Melodie "Maria durch ein Dornwald ging"
im Satz von Heinrich Kaminski, bewältigten die Choristen überzeugend
die feinsinnigen modernen Strukturen der klangvollen Musik.
In all den so unterschiedlichen Satzstrukturen erspürte man
die große Chorerfahrung, die der Leiter Ludwig Wegesin konsequent
aufgebaut hat und zu einem effizienten Klangkörper entwickelt
hat ... In der Übereinstimmung von textlicher und musikalischer
Gestaltung liegt die interpretatorische Kraft des Chores, die eigentlich
keiner Deutung mehr bedarf.
(Ruhr Nachrichten vom 19. Dezember 2000)
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Frühlingshaft
reines Klangbild - Brahms-Chor verdient hohe Anerkennung für
herausfordernden Lied-Zyklus
Abwechslung macht auch das Chorleben erst so richtig interessant.
Wohl nicht zuletzt deshalb trat der Brahms-Chor nach einem sehr
beschaulichen Konzert im Winter nun mit einem Programm vor sein
Publikum, das sich von dem des vorangegangenen Konzertes kaum deutlicher
hätte unterscheiden können.
... Homogener Chorklang und die erforderliche Frische im Ausdruck
beispielsweise kennzeichneten Mozarts "Im Frühling"
und ermöglichten dem Chor, sich mit seinem inzwischen bewährt
reinen Klangbild zu präsentieren....
Mit Brahms´ Zyklus "Liebeslieder, Walzer" hatte sich der
Chor an diesem Abend eine wirklich große Herausforderung gesucht.
Die häufige Reduzierung der Satzdichte, das phasenweise Ausgliedern
einzelner Stimmgruppen, aber auch die oftmals komplexe, polyphone
Anlage der Sätze forderte große Erfahrung vom Chor und
seinem Dirigenten. Ludwig Wegesins oftmals geradezu detailverliebtes
Streben nach ausgefeilter Dynamik, angemessener Phrasierung und
dem rechten Ausdruck, nach absoluter Geschlossenheit der Einzelstimmen,
aber auch nach Stimmfestigkeit und Intonations-Sicherheit in teilweise
extremen Tonlagen sorgten an diesem Abend jedoch für zahlreiche
wirklich überzeugende Interpretationen.
(WAZ vom 23. Mai 2000)
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Deutsches
Requiem: Herausragendes Konzert in St. Agatha
... Wegesin wählte mit seiner Interpretation einen anderen
Weg: das Tröstliche, Hoffnunggebende der ausgewählten
Bibeltexte bestimmt seine Deutung offenbar entscheidend. Obwohl
sehr weich im Ausdruck, was sie auf ihre Art ebenso weit entfernt
von Opas Plüschbrahms wie die klangliche Stahlskelettbauweise
jüngerer Richtung. Gegensätze wurden eher gemildert, mächtige
Steigerungen - wie etwa im zweiten Satz "Denn alles Fleisch,
es ist wie Gras" - vollzogen sich nicht als erschreckender
Ausbruch sondern als gleichmäßig ansteigende Welle, deren
Kraft jedoch nicht weniger überwältigend wirkte.
Leicht zu singen ist das nicht. Je weiter die melodischen Aufschwünge
und Wellenbewegungen ausgedehnt werden, desto schwerer sind sie
zu zirkeln. Mit dem Dorstener Brahms-Chor und dem St. Cornelius-Chor
Dülken hatte Wegesin jedoch sehr gute Stimmen zur Verfügung
und er nutzte ihr Potential. Saubere Einsätze und saubere Intonation
und Linienführung, gerade auch im Stimmengeflecht der Schlussfuge,
lieferten den festen Grund, auf dem dieser weich lasierte Brahms
sein Profil gewinnen konnte.
(Ruhr
Nachrichten vom 17. November 1998)
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