Musik öffnete Vorhang zum
Wunder Jesu Geburt
Man müsste ihn erfinden, wenn es ihn nicht schon gäbe.
Gemeint ist der Brahms-Chor, der mit einem wunderschönen
Weihnachtskonzert in der Kirche von St. Ursula viele Herzen auf
das Fest eingestimmt hat. Auch der letzte Platz in der Kirche
war besetzt.
... der Hymnus zur Vesper "Ave, maris stella" von Edvard
Grieg war eingetaucht in eine romantische Farblichkeit, die der
Chor, selbstverständlich a capella, sensibel ausschwingen
ließ, trotz geringfügiger Intonationsschwäche.
Danach erklang die erregende, einstimmig vorgetragene Bitte "Veni
Emanuel", im gregorianisch gestimmten Satz von Zoltàn
Kodàly, um mit mehrmelodischer Vielschichtigkeit im herrlich
fließenden Satz "Übers Gebirg Maria geht"
von Johannes Eccard frühbarocke Klangfülle zu entfalten.
Mit der tröstlichen Melodie "Maria durch ein Dornwald
ging" im Satz von Heinrich Kaminski, bewältigten die
Choristen überzeugend die feinsinnigen modernen Strukturen
der klangvollen Musik.
In all den so unterschiedlichen Satzstrukturen erspürte man
die große Chorerfahrung, die der Leiter Ludwig Wegesin konsequent
aufgebaut hat und zu einem effizienten Klangkörper entwickelt
hat ... In der Übereinstimmung von textlicher und musikalischer
Gestaltung liegt die interpretatorische Kraft des Chores, die
eigentlich keiner Deutung mehr bedarf.
(Ruhr Nachrichten vom 19. Dezember 2000)